"Plakate im Kampf"
Bilder und Öffentlichkeit der Befreiungsgeschichte Namibias
Ausstellung des Historischen Seminars der Universität Basel mit Sammlungen der Basler Afrika Bibliographien
Die ab Ende Mai 2006 gezeigte Ausstellung ist das Resultat der zweisemestrigen Übung "African history goes public-ein gemeinsames Ausstellungsprojekt zur namibischen Befreiungsgeschichte" am Historischen Seminar Basel. Die Ausstellung entsteht parallel zu einer Wanderausstellung in Namibia (ab August 2006) und in enger Zusammenarbeit mit einer Arbeitsgruppe der Museums Association of Namibia in Windhoek.
Thema
Das südliche Afrika war jahrzehntelang Schauplatz schwerwiegender Konflikte. Dies galt insbesondere für Kolonien wie Namibia, Zimbabwe, Angola, Mosambik und Südafrika, wo 'weisse' Siedlergesellschaften die Macht über die afrikanische Bevölkerung ausübten. Seit den 1960er Jahren kämpften in der Region verschiedene afrikanische Befreiungsbewegung um Unabhängigkeit und Selbstbestimmung.
Die Ausstellung thematisiert die Konflikte am Beispiel der ehemals deutschen, ab 1915 südafrikanischen Kolonie Südwestafrika, dem heutigen Namibia. Gekämpft wurde auf vielen Schauplätzen und mit unterschiedlichen Mitteln, sowohl mit Waffen wie mit Worten und Bildern. Die Konfliktparteien produzierten für Propaganda und Mobilisierung umfangreiche visuelle Materialien wie Plakate, Zeitschriften und Fotografien. Auf diese Weise wurden Themen wie Kolonialismus, Befreiung, Apartheid und Solidarität in öffentliche Räume getragen, afrikanische Geschichte sichtbar gemacht.
Die Ausstellung setzt sich mit den visuellen Materialien auseinander und präsentiert insbesondere die eindrucksvollen Plakate, wie sie von afrikanischen Befreiungsorganisationen, der Schweizer Solidaritätsbewegung, der südafrikanischen Kolonialmacht und internationalen Institutionen im Kampf um Einfluss und Herrschaft eingesetzt wurden.